Gefallen am Gefallensein

Das Leben ohne Obdach ist nicht selten verbunden mit existenzieller Not, materieller Unsicherheit, sozialer Ausgrenzung und gesellschaftlicher Stigmatisierung. Diesem Umstand zum Trotz gab es immer schon, insbesondere aber in den 1920ern, auch Personen, die sich vom Leben auf der Straße Freiheit, Unabhängigkeit und Abenteuer versprachen. Manche verließen ihr Zuhause, um vor Enge und Gewalt zu fliehen, andere, um das städtische Moloch durch ein Leben in und mit der Natur einzutauschen, wieder andere sahen darin politisches Potential oder überführten ihre Erfahrungen in Schrift oder Bild. Die Bruderschaft der Vagabunden hatte für einige Jahre ihre eigene Zeitschrift, formierte eine Künstlergruppe, veranstaltete Ausstellungen und lud zu Kongressen ein, das erste Mal zu Pfingsten 1929. Der Punksupermarkt und Jolande Fleck widmen den (Überlebens-)Künsten, Orten, Organisationen und Utopien der Vagabunden drei Stunden.

Mit Historikerin Britta Marie-Schenk (derzeit Uni Luzern, Forschungsschwerpunkt: Geschichte der Obdachlosigkeit im 19. und 20. Jahrhundert), Mark Mence (Wanderverein Bakuninhütte e.V.), Klaus Trappmann (Herausgeber des 1980 erschienenen „Landstraße, Kunden, Vagabunden“ und Fimemacher, u.a. der Doku „Generalstreik ein Leben lang“) und Hanneliese Palm (von 2005 bis 2018 Leiterin des Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt in Dortmund, Mitherausgeberin des 2019 erschienen „Künstler, Kunden, Vagabunden“), sowie Exkursen zu und O-Tönen von Mitgliedern der Bruderschaft der Vagabunden.

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