Walter Benjamin und die Postkarte, „das Medium der Moderne“

„Es gibt Menschen, die glauben den Schlüssel ihrer Lebensschicksale in der Heredität, andere im Horoskop, wieder andere in ihrer Erziehung zu finden. Ich selber glaube, dass ich manche Aufklärung über mein späteres Leben in meiner Ansichtspostkartensammlung fände, wenn ich sie heute noch einmal durchblättern könnte“ schrieb Walter Benjamin in der Berliner Chronik.

Am 26. September 1940 starb Walter Benjamin in Portbou und hinterließ, in einer Welt in katastrophalem Zustand, über den Globus zerstreut Schriftstücke, Briefe und auch Postkarten.

Darüber, wie die Archivarbeit unmittelbar nach Benjamins Tod ablief, gibt Robert Pursche Auskunft, dessen aktuelle Forschungen sich mit dem „Umkämpften Nachleben“ Benjamins Archive beschäftigen; ein schriftlicher Beitrag von Robert Pursche ist im jüngst veröffentlichten Sammelband „Im Vorraum“ erschienen.

Die Literaturwissenschaftlerin Liliane Weissberg hat sich im Rahmen eines Gastaufenthaltes am Dubnow Institut die Postkarten Benjamins genauer angeschaut und berichtet unter dem Titel „Schreiben von unterwegs“ darüber, wie Benjamin dieses „Medium der Moderne“ nutzte.

Veit Didczuneit, Leiter der Sammlung der Museumsstiftung Post und Telekommunikation in Berlin, informiert über die Postkarte, die durchaus als „Spiegel der Zeitgeschichte“ gelesen werden kann.

Zudem zu hören ist eine Collage zu Benjamins letzter Station, eine Umfrage zum Postkarten Schreiben und Empfangen heute, einige Erfahrungen einer Postbotin und selbstverständlich der Thematik angemessene Musik.

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