„Er fragt sich: Wie fühlt ein Mensch, der mit dem Freitod spielt?“ Irene Heidelberger-Leonoard über Jean Améry

Wie man sich dem Phänomen der Selbsttötung gegenüber verhalten solle, könne, müsse, darüber zerbrachen sich bereits die Vorsokratiker den Kopf. Lange Zeit war die Thematik eng verknüpft mit dem Gedanken an ein höheres Prinzip, etwa wenn Augustinus das Selbstmordverbot einführte mit der Begründung, es stünde allein Gott zu, über Tod und Leben zu entscheiden. Im 19ten und 20ten Jahrhundert rückte dann der Mensch zunehmend in den Fokus seiner Lebenswelt und machte es möglich, dass auch die Frage nach dem Lebenesende und der möglichen Tat, es selbst herbei zu führen nicht länger an eine höhere Instanz delegiert wurde, sondern sie sich dem Einzelnen selbst stellt. In dieser Möglichkeit, seinen Tod selbst herbeiführen zu können, sehen einige einen Moment der Selbstbestimmung, ja der Suizid wird vor diesem Hintergrund von manchen als Akt der Freiheit aufgefasst. Jean Améry veröffentlichte 1976 „Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod“ und provozierte damit die deutschsprachige Öffentlichkeit, sich mit einer ungewöhnlichen, den Suizid befürwortenden Haltung auseinanderzusetzen.

Die Améry-Biographin und Herausgeberin der Améry-Werkausgabe, Irene Heidelberger-Leonoard, spricht über Jean Améry, über sein Werk und insbeondere über seinen „Diskurs über den Freitod“.

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